GESCHICHTE DER STADT DOBELE

Eine ständige Bevölkerung auf dem heutigen Gebiet von Dobele bildete sich zunächst am rechten Ufer des Flusses Bērze in der Nähe des Burgbergs Dobele. Archäologische Funde weisen darauf hin, dass Spuren menschlicher Aktivitäten bis ins 1. Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgt werden können. Die ersten ständigen Einwohner des Territoriums waren Semgaller - einer der Stämme, die das Territorium von Lettland während der prähistorischen Zeit bewohnten.

Chroniken des Mittelalters und der frühen Neuzeit berichten, dass Dobele in der Periode, die als späte Eisenzeit bezeichnet wird, starke Befestigungen hatte. Im 13. Jahrhundert griffen Kreuzfahrer aus Westeuropa semgallische Gebiete an, darunter Dobele. Chroniken zeigen, dass die Einheimischen mehrere verheerende Angriffe auf den Livländischen Orden erlitten haben. Ende des 13. Jahrhunderts war das Gebiet von Dobele vollständig dem Livländischen Orden unterstellt.

1335 wurde in Dobele der Bau der Livländischen Ordenssteinburg begonnen. Im Laufe der Zeit wurde die Burg Dobele ein der Verwaltungszentren des Livländischen Ordens. Die Burg wurde von einem Kommandanten - einem Verwalter bewohnt, der sich um die Burg und ihre Bewohner kümmerte und die Umgebung verwaltete. Um die Burg bildete sich die Stadt Dobele. Ende des 15. Jahrhunderts war die Bevölkerung so groß, dass am linken Ufer der Bērze eine Kirche gebaut wurde. Neben der Kirche bildete sich auch der Marktplatz – das heutige Stadtzentrum von Dobele.

In den 60er Jahren des 16. Jahrhunderts hörte das Livländische System auf zu existieren und Dobele gelang ins Gebiet des neu gebildeten Herzogtums Kurzeme-Zemgale. Die Burg wurde Eigentum der Herzogsfamilie. Zwischen 1643 und 1649 lebte in der Burg Dobele die Herzogin Elizabeth Magdalen (1580-1649). Auf Wunsch der Herzogin erlebte die Burg verschiedene Neuentwicklungen und es wurden weitläufige Gärten ausgebildet. Die Herzogin ist durch ihre Leidenschaft für Anbau und Sammeln von Kräutern, Herstellung von Kräuterheilmitteln und Kosmetika bekannt. In dieser Zeit befand sich neben der Burg Dobele auchdas Landgut Dobele. In der Burg und im Landgutarbeitetenverschiedene Handwerker, Arzt der Herzogin und Apotheker.

1795 gelang Dobele zusammen mit dem ganzen Herzogtum Kurzeme-Zemgale ins Territorium des Russischen Reiches. Infolge mehrerer Kriege und anderer Verwüstungen brach die Burg Dobele nach und nach zusammen. In der Zwischenzeit wurde das neue Zentrum von Dobele am anderen Ufer der Bērze um die Kirche und den Marktplatz herum gebildet. Die frühesten bekannten Pläne der Ortschaft Dobele zeigen, dass es in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Dobele sechs größere Straßen gab und die Bebauung sich hauptsächlich um den Marktplatz und den angrenzenden Straßen konzentrierte.

Die Stadtrechte erwarb Dobele in der Zeit von 1917 bis 1919. Im Januar 1920 fanden die ersten Wahlen zum Stadtrat Dobele statt. In den 20-30er Jahren des 20. Jahrhunderts beschäftigten sich die Mitglieder des Stadtrats aktiv mit verschiedenen sozialen, wirtschaftlichen und anderen Themen. In dieser Zeit entwickelte sich die Stadt rasant und das Wohl der Bevölkerung nahm zu. In der zweiten Hälfte der 20en Jahren des 20. Jahrhunderts wurde eine Eisenbahnlinie durch die Stadt gebaut, die Dobele mit den wichtigsten Wirtschaftszentren - Jelgava, Liepāja und Rīga - verband. Die Einwohnerzahl der Stadt stieg deutlich an.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden in Dobele eine Reihe von Fabriken eröffnet, mit denen die Stadt bis heute bekannt ist. In den späten 1950er und frühen 1960er Jahren nahm das Chemiewerk “Spodrība” seine Arbeit in Dobele auf. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde eine Produktionsanlage, die heute als "Dobele-Mühle" (Dobeles Dzirnavnieks) bekannt ist, in Betrieb genommen.

In den 1990er Jahren gewann die Stadt Dobele ihre historische Form, die von den sowjetischen Behörden geändert wurde, zurück. Einige Straßen erhielten auch ihre früheren Namen zurück. Mehrere während der Sowjetherrschaft errichtete Denkmäler wurden demontiert. In dieser Zeit nahm die Zahl der Unternehmen und Läden in der Stadt rapide zu. Auf dem Platz gegenüber der Burgruine wurde 1996 das renovierte Befreiungsdenkmal Dobele (Dobeles Atbrīvošanas piemineklis) von Kārlis Zemdega eröffnet. Es ist denjenigen gewidmet, die im Ersten Weltkrieg und dem darauf folgenden Freiheitskampf ums Leben gekommen sind. Das Denkmal wurde ursprünglich 1940 errichtet, aber später zerstört. In den 1980er und 1990er Jahren wurde das Denkmal doch restauriert.



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